du bist neu in Deutschland und fragst dich, welche Unterstützung dir rund um Asyl und Migration zur Verfügung steht? Hier findest du einen Überblick über wichtige Beratungsangebote und praktische Hilfen, die deinen Alltag erleichtern können.
Von ersten Informationen zum Verfahren bis hin zur Orientierung im neuen Lebensumfeld – hier erhältst du klare Hinweise zu Ansprechpartnern sowie nützliche Tipps für einen gelungenen Start in Deutschland.
Informationen zum Asylverfahren und rechtliche Grundlagen
Wenn du einen Asylantrag stellst, ist es wichtig, dass du die Schritte des Asylverfahrens kennst. Nach deiner Ankunft meldest du dich zunächst bei einer Erstaufnahmeeinrichtung oder der Ausländerbehörde. Dort werden deine Personalien aufgenommen und geprüft, welche Behörde für deinen Antrag zuständig ist.
Im nächsten Schritt erhältst du eine Bescheinigung über deine Aufenthaltsgestattung. Danach wirst du zu einem ausführlichen Gespräch – der sogenannten Anhörung – beim BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) eingeladen. Bei diesem Termin schilderst du die Gründe, warum du Schutz suchst. Es ist sehr hilfreich, wenn du vorhandene Dokumente und Nachweise mitbringst.
Das BAMF prüft deinen Fall individuell und entscheidet anschließend über deinen Status. Während dieses Prozesses gelten für dich besondere Rechtsgrundlagen, beispielsweise das Asylgesetz oder die Genfer Flüchtlingskonvention. Du hast während des Verfahrens bestimmte Rechte, wie etwa medizinische Versorgung und Unterkunft, aber auch Pflichten, zum Beispiel zur Mitwirkung und Teilnahme an den notwendigen Gesprächen.
Falls dein Asylantrag abgelehnt wird, gibt es Möglichkeiten, innerhalb einer bestimmten Frist Rechtsmittel einzulegen. Dabei können spezielle Beratungsstellen und Anwält:innen unterstützen. Es lohnt sich, so früh wie möglich Kontakt zu diesen Anlaufstellen zu suchen, damit du über deine Rechte informiert bleibst und Unterstützung bekommst.
Dazu mehr: Hilfe bei Demenz
Unterstützung bei Dokumenten und Behördengängen

Zum Glück gibt es viele Organisationen, die dir gezielt bei der Vorbereitung und beim Ausfüllen von wichtigen Formularen zur Seite stehen. Sie helfen dir beispielsweise dabei, alle notwendigen Unterlagen zusammenzustellen oder Termine bei den zuständigen Ämtern zu vereinbaren. Mit Unterstützung kannst du sicherstellen, dass keine wichtigen Dokumente fehlen und deine Anträge schneller bearbeitet werden.
Manche Beratungsstellen begleiten dich sogar persönlich zu Terminen und unterstützen beim Gespräch mit Behördenmitarbeitern. Das erleichtert die Kommunikation, gerade wenn Sprachbarrieren vorhanden sind. Es ist empfehlenswert, alle wichtigen Papiere sorgfältig aufzubewahren und dir Kopien davon anzufertigen. So bist du auf Rückfragen immer gut vorbereitet und kannst bei offiziellen Anliegen schnell reagieren.
Gerade in der ersten Zeit gilt: Scheue dich nicht, Hilfe einzuholen. Selbst kleine Missverständnisse lassen sich so vermeiden und du wirst Schritt für Schritt sicherer im Umgang mit deutschen Behörden.
Beratung zu Unterkunft und Wohnraumsuche
Die Wohnraumsuche stellt für viele Migrant:innen und Geflüchtete eine große Hürde dar. Nach der Erstaufnahme kannst du meist in eine Gemeinschaftsunterkunft oder, bei Anerkennung deines Status, in eigene Wohnungen ziehen. Gerade am Anfang erfolgt die Zuweisung einer Unterkunft oft über die Behörden. Hierbei bekommst du Unterstützung von Beratungsstellen, die mit den zuständigen Stellen zusammenarbeiten.
Um langfristig eine eigene Wohnung zu finden, beraten dich spezielle Einrichtungen. Sie informieren dich darüber, wie und wo du nach Mietwohnungen suchen kannst – etwa auf gängigen Portalen, durch Wohnungsbaugesellschaften oder Aushänge. Fachleute zeigen dir zudem, worauf es beim Mitmietvertrag, den Kosten und einer erfolgreichen Bewerbung ankommt. Außerdem erhältst du Tipps dazu, welche Dokumente Vermieter verlangen, zum Beispiel Einkommensnachweise oder eine Schufa-Auskunft.
Wenn du noch keine ausreichenden Deutschkenntnisse hast, helfen ehrenamtliche Begleiter oder Dolmetscher dabei, Termine zur Wohnungsbesichtigung zu vereinbaren und vor Ort zu übersetzen. Sollte es Schwierigkeiten geben, etwa wegen fehlender Unterlagen oder Ablehnungen durch Vermieter, setzen sich Beratungsstellen gemeinsam mit dir ein und unterstützen auch bei der Antragstellung für Wohnberechtigungsscheine oder staatliche Hilfen für Miete und Kaution. So wird der Start ins eigene Zuhause erleichtert.
| Angebot | Beschreibung | Ansprechpartner |
|---|---|---|
| Asylverfahren & Recht | Beratung zu Ablauf, Anhörung und Rechtsmitteln | Flüchtlingsberatungsstellen, Anwält:innen |
| Unterstützung bei Behörden | Hilfe bei Dokumenten, Formularen und Terminen | Migrationsdienste, Ehrenamtliche |
| Wohnraumberatung | Begleitung bei Wohnungssuche und Mietangelegenheiten | Sozialdienste, Wohnungsämter |
Zugang zu Sprachkursen und Integrationskursen
Um dich im Alltag besser verständigen zu können, ist der Besuch von Sprachkursen ein wichtiger erster Schritt. Du kannst an sogenannten Integrationskursen teilnehmen, die speziell für Geflüchtete und Zugewanderte angeboten werden. Hier lernst du nicht nur Deutsch – in den Kursen werden auch Informationen über das Alltagsleben in Deutschland vermittelt.
Das Angebot an Kursen ist vielseitig. Es gibt sowohl Anfängerkurse als auch spezielle Angebote für bestimmte Berufsgruppen oder Eltern mit kleinen Kindern. Viele Kurse finden tagsüber statt, einige auch abends, damit die Teilnahme mit anderen Verpflichtungen besser vereinbart werden kann. Die Kosten für einen Integrationskurs übernimmt in vielen Fällen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ganz oder teilweise.
Die Anmeldung erfolgt meist über Migrationsberatungsstellen oder direkt bei anerkannten Sprachschulen und Bildungszentren in deiner Nähe. Dort erhältst du Unterstützung bei der Auswahl des passenden Kurses und beim Ausfüllen aller notwendigen Unterlagen. Mit besseren Sprachkenntnissen steigerst du deine Chancen auf Arbeit und soziale Teilhabe erheblich. Außerdem fällt dir dadurch der Kontakt zu Nachbarn oder im öffentlichen Leben oft leichter.
Verwandte Themen: Hilfe bei Epilepsie
Vermittlung von medizinischer Versorgung

Es gibt spezielle Beratungsangebote, die dich unterstützen, wenn du dir unsicher bist, welche Praxis geeignet ist oder wie du einen Termin vereinbarst. Bei akuten Problemen kannst du jederzeit einen Notarzt oder die Notaufnahme im Krankenhaus aufsuchen. Auch psychische Belastungen werden ernst genommen: Beratungsstellen vermitteln dir bei Bedarf Ansprechpartner für psychosoziale Beratung oder Therapieangebote, gerade wenn du traumatische Erfahrungen gemacht hast.
Viele Einrichtungen arbeiten mit Dolmetschern zusammen, damit alle Fragen rund um Gesundheit möglichst verständlich geklärt werden. Sorge dafür, dass du wichtige Dokumente – wie zum Beispiel deinen Behandlungsschein, Impfausweis oder Rezepte – immer griffbereit hast. Damit wird der Ablauf beim Arztbesuch deutlich leichter, und du bekommst schneller die benötigte Unterstützung.
Zum Weiterlesen: Hilfe bei Parkinson
Angebote zu Bildung und Schulbesuch für Kinder

Eltern bekommen Unterstützung bei der Anmeldung ihrer Kinder an Grundschulen oder weiterführenden Schulen. Hier helfen spezielle Beratungsstellen und oft auch Mitarbeitende der Flüchtlingsunterkünfte. Sie informieren über notwendige Unterlagen wie Impfpass oder Meldebescheinigung und begleiten auf Wunsch zum Termin mit der Schulleitung.
Zudem gibt es außerschulische Angebote, etwa Hausaufgabenhilfe, Freizeitgruppen, Sportvereine oder Sprachförderprogramme. Viele dieser Angebote werden ehrenamtlich organisiert und ermöglichen Kindern, aktiv Kontakte zu knüpfen und sich im neuen Umfeld wohlzufühlen. Durch Teilnahme an solchen Aktivitäten können Kinder und Jugendliche ihre Fähigkeiten stärken und neue Freundschaften schließen, was enorm zum Wohlbefinden beiträgt.
| Bereich | Leistungen | Unterstützende Einrichtungen |
|---|---|---|
| Sprachförderung | Integrationskurse, spezielle Deutschkurse für Kinder und Erwachsene | Sprachschulen, Volkshochschulen, Integrationszentren |
| Gesundheitsversorgung | Vermittlung von Arztterminen und psychologischer Betreuung | Sozialdienste, Gesundheitsämter, Beratungsstellen |
| Schule & Bildung | Hilfe bei Einschulung, Nachhilfe, Kontakt zu Bildungsträgern | Schulsozialarbeit, Jugendmigrationsdienste, Ehrenamtliche Initiativen |
Orientierung am Arbeitsmarkt und Jobsuche
Wenn du in Deutschland arbeiten möchtest, solltest du dich möglichst früh darüber informieren, welche Berufe für dich infrage kommen und auf was du bei einer Bewerbung achten musst. Einen guten Einstieg bieten spezielle Beratungsstellen, die dir helfen, den deutschen Arbeitsmarkt besser zu verstehen. Sie erklären, welche Qualifikationen häufig gefragt sind und unterstützen dich beim Übersetzen und Anerkennen von Abschlüssen aus deinem Herkunftsland.
In vielen Städten gibt es regelmäßige Sprechstunden oder Veranstaltungen zur Jobsuche. Dabei lernst du, wie typische Bewerbungsunterlagen aussehen sollten – dazu zählen Lebenslauf und Anschreiben. Häufig werden auch Musterbewerbungen erstellt, damit du weißt, worauf Arbeitgeber achten und wie der Ablauf eines Vorstellungsgesprächs ist. Außerdem erhältst du Tipps, wo offene Stellen veröffentlicht werden und wie Online-Bewerbungen funktionieren.
Unter bestimmten Bedingungen kannst du an speziellen Förderprogrammen teilnehmen, zum Beispiel Praktika, Freiwilligendienste oder Einstiegsqualifizierungen. Viele Beratungsdienste vermitteln auch Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern oder begleiten dich zum ersten Gespräch. So fällt dir der Start ins Berufsleben in Deutschland deutlich leichter und du gewinnst Selbstvertrauen für eigene Bewerbungswege.
Psychosoziale Beratung und Trauma-Hilfe
Psychosoziale Beratung steht dir offen, wenn du nach deiner Ankunft in Deutschland unter seelischer Belastung oder Stress stehst. Viele Menschen machen während der Flucht schwierige Erfahrungen oder fühlen sich im fremden Land anfangs einsam und überfordert. Fachkräfte, wie Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen oder speziell geschulte Berater:innen, unterstützen dich vertraulich und individuell.
Oft helfen schon regelmäßige Gespräche dabei, Sorgen besser zu verarbeiten und einen Weg zurück zu mehr Stabilität im Alltag zu finden. Wenn du beispielsweise nachts schlecht schläfst, häufig traurig bist oder immer wieder an schlimme Erlebnisse denken musst, können dir diese Beratungsstellen gezielt weiterhelfen. Sie bieten Einzelgespräche, Gruppenangebote oder – falls nötig – auch eine Weitervermittlung an therapeutische Hilfsdienste an.
Besonders bei Symptomen von Trauma, etwa nach Gewalt oder Verlust, ist es wichtig, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Es gibt Angebote mit Dolmetscher-Begleitung, damit du dich sicher ausdrücken kannst. Auch für Kinder oder Jugendliche stehen altersgerechte Hilfen bereit. Dadurch bekommst du die nötige Stärkung, um neue Perspektiven zu entwickeln und den Neustart leichter zu meistern.
Vernetzung mit lokalen Communitys und ehrenamtlicher Hilfe
Sich mit anderen Menschen am neuen Wohnort zu vernetzen, bietet dir viele Vorteile. Der Kontakt zu lokalen Communitys kann dir helfen, dich schneller einzuleben und im Alltag Unterstützung zu erhalten. Viele Städte und Gemeinden verfügen über Vereine oder Gruppen von Zugewanderten aus verschiedensten Herkunftsländern. Dort kannst du dich in deiner Muttersprache austauschen, Informationen teilen und Freundschaften schließen.
Die Teilnahme an solchen Treffen oder Veranstaltungen vermittelt dir nicht nur Geborgenheit, sondern auch regionale Besonderheiten, die dir das Zurechtfinden erleichtern. Auch ehrenamtlich Engagierte sind für dich eine wertvolle Anlaufstelle: Sie organisieren regelmäßig Unterstützungsangebote, begleiten bei Behördengängen, helfen beim Deutschlernen oder bei Freizeitaktivitäten.
Durch diese Kontakte erfährst du oft zuerst, wo aktuell Kurse, Beratungen oder Treffpunkte angeboten werden, und bekommst praktische Tipps für alltägliche Fragen. Offene Begegnungscafés, gemeinsame Feste oder Ausflüge machen es einfach, persönliche Beziehungen aufzubauen und voneinander zu lernen. So fühlst du dich schnell zuhause und bist gut begleitet auf deinem Weg in Deutschland.
Hinweise auf Anlaufstellen für Rechtsberatung
Bei Fragen zu rechtlichen Angelegenheiten, wie dem Asylverfahren, Aufenthaltsstatus oder drohender Abschiebung, ist fachkundige Unterstützung besonders wertvoll. Du kannst dich an spezialisierte Beratungsstellen wenden, die kostenlose oder kostengünstige Rechtsberatung anbieten. Solche Beratungsdienste findest du häufig bei Wohlfahrtsverbänden, Migrationsberatungen sowie bei unabhängigen Flüchtlingshilfswerken in vielen Städten.
Auch Anwält:innen für Ausländer- und Asylrecht stehen dir nach Terminvereinbarung zur Verfügung. Sie helfen beim Verfassen von Widersprüchen gegen Bescheide oder vertreten dich vor Gericht, falls du Klage einreichen möchtest. Wenn dir hierfür die finanziellen Mittel fehlen, informieren dich Beratungsstellen über Möglichkeiten der Verfahrenskostenhilfe oder Beratungshilfe.
Es lohnt sich, möglichst frühzeitig Kontakt aufzunehmen – insbesondere wenn Fristen eingehalten werden müssen. Bringe zu Terminen alle relevanten Unterlagen mit, damit deine Anfrage zügig bearbeitet werden kann. Viele Organisationen vermitteln auch Dolmetscher, falls Sprachbarrieren bestehen. So erhältst du gezielt Unterstützung für deine Rechte in Deutschland und fühlst dich bei wichtigen Schritten gut begleitet.
Informationsquellen: